Osterloh

info(at)nabu-celle.de

OSTERLOH. Mit 200.000 Euro fördert die Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung "Naturschutz und Natur erleben in der Allerniederung bei Osterloh - Lebensraum für Rotbauchunke, Weißstorch und Feldgrille".

 

In diesem Jahr steht die Umsetzung des Projektes "Natur erleben" vor einem Abschluss. Die Einweihung des letzten Bausteines (Natur Erleben) wurde am 12. August 2010 vollzogen. Von der Schleuse geht ein Weg zu einem Hügel, der mit farbigen Stämmen markiert ist.

farbige Stämme als Wegweiser

 

Die Hügel selbst sind abgeflacht und leicht begehbar und bieten eine hervorragende Aussicht.

Hügel in Osterloh

 

Das 5. Jahrestreffen des LFA Feldherpetologie und Ichthyofaunistik fand in Celle 2010 statt. Der NABU Celle ist Gastgeber. Ein Exkursionsziel, die Aller bei Celle. siehe auch: Jahrestreffen Feldherpetologie

 

Historie: Im September 2008 waren die Baumaßnahmen beendet. Es fehlten nur noch einige kleine Änderungen, die in Kürze mit Baumaschinen erfolgen werden. Die NABU Mitglieder überzeugten sich von dem Zustand der Teiche und ließen sich das Konzept erläutern.

NABU Mitglieder an einem der Teiche

Alle Teiche waren wasserführend. Der Wasserstand ist aber sehr gering, so dass diese Teiche teilweise auch austrocknen können. Obwohl die Teiche im Sommer gebaut wurden, konnten die NABU Teilnehmer einige einjährige Frösche beobachten. Sehen die Teichränder derzeit noch kahl aus, so kann dies in einigen Monaten anders aussehen, vorausgesetzt die auf den Flächen weidenden Kühe nutzen die Teichränder. Bei einigen der Teiche sollen die Kühe freien Zugang haben, während andere Teichränder abgesperrt werden.

 

NABU Mitglieder im Teichgebiet.

 

Am 21. September führten wir den Fischereiverein Celle e.V. 1907 an die Teiche. Der Verein besitzt einige Teiche in unmittelbarer Nähe und informierte sich über den Stand der Baumaßnahmen und der weiteren Planung.

 

 

Unterzeichnung des auf 20 Jahre gültigen Vertrages am 16.03.2007

Von links: Nieders. Umweltminister Hans- Heinrich Sander, Oberbürgermeister Dr. h.c. Martin Biermann, Vorsitzender der Rut und Klaus Bahlsen Stiftung Prof. Dr. Burkhard Huch, Vorsitzender der NABU Gruppe Stadt Celle, Heinz Klepsch, http://www.rut-und-klaus-bahlsen-stiftung.de/

Am 16. März 2007 fiel der offizielle Startschuss. Nach neun Monaten Vorarbeit unterzeichneten die NABU Gruppe Stadt Celle, die Stadt Celle, die Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung und das Land Niedersachsen den Vertrag über das Projekt „Naturschutz und Natur erleben in der Allerniederung bei Osterloh“. Träger des Projektes sind der NABU Celle und die Stadt Celle. Die Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung fördert das Projekt mit 200.000 Euro. Das Land Niedersachsen stellt die Flächen zur Verfügung und sichert eine langfristige, naturverträgliche Nutzung zu.

Ziel des vom NABU entwickelten Projektes ist es, in der Allerniederung bei Osterloh in einem beispielhaften Renaturierungsprojekt die Lebensräume der Flussaue wiederherzustellen. Durch die Anlage von Auengewässern und die Schaffung eines abwechslungsreichen Reliefs aus feuchten Senken und trockenen Sandkuppen sollen die Lebensbedingungen für die vielen schutzbedürftigen Tier- und Pflanzenarten der Niederung nachhaltig verbessert werden. Leitarten sind die drei in Niedersachsen vom Aussterben bedrohten Arten Rotbauchunke, Weißstorch und Feldgrille.

 

Projektgebiet

Projektgebiet ist ein rund 38 ha großes, aus zwei Teilflächen bestehendes Gebiet südöstlich von Osterloh unmittelbar an der Aller. Die Alleraue stellt sich hier als offene, durch Grünländer und einzelne Altarme geprägte Niederung dar, die von bewaldeten Binnendünen eingerahmt wird. Am südlichen Rand des Gebietes verläuft der Allerradweg. Neben seiner guten Erreichbarkeit zeichnet sich das Gebiet durch seine ruhige Lage und ein hohes Aufwertungspotenzial aus. Die Projektflächen liegen im Bereich der Stadt Celle und wurden vom Land Niedersachsen mit Naturschutzmitteln erworben. Es handelt sich um feuchte und wechselfeuchte Grünländer mit einzelnen feuchten Senken und verlandeten Altarmen der Aller. Im Norden ragt ein bewaldeter Dünenausläufer in das Gebiet.

 

Projektbausteine

Das Projekt setzt sich aus vier Bausteinen zusammen.

Renaturierungsmaßnahmen: Im Mittelpunkt steht die die Anlage von 20 auentypischen Kleingewässern. Dabei sollen ganz überwiegend periodische, im Sommer austrocknende Gewässer geschaffen werden. Sie sind in den letzten Jahrzehnten fast vollständig aus der Natur verschwunden und mit ihnen viele Tier- und Pflanzenarten. Darüber hinaus soll durch die Anlage einer dünenartigen Sandinsel das für die Allerniederung charakteristische unmittelbare Nebeneinander von feuchten und trockenen Lebensräumen geschaffen werden.

Wiederansiedlung der Rotbauchunke: Als weiterer Bestandteil des Projektes soll die Rotbauchunke 40 Jahre nach ihrem Aussterben wieder in der Allerniederung angesiedelt werden. Die Rotbauchunke ist eine Charakterart der Flussauen. Bis in die 1960er Jahre kam sie noch in der Allerniederung bei Celle vor. In Niedersachsen ist sie heute „vom Aussterben bedroht“. Größere Populationen finden sich nur noch an der Elbe. Voraussetzung für die Ansiedlung der Rotbauchunke ist die Wiederherstellung der Gewässertypen, deren Verlust zu ihrem Aussterben führte. Dieses wird durch die Renaturierungsmaßnahmen gewährleistet. Die eigentliche Wiederansiedlung der Rotbauchunke ist ab dem Jahr 2009 geplant, wenn die neu angelegten Gewässer sich hinreichend entwickelt haben.

Pflege und Entwicklung der Auelandschaft: Durch eine naturschutzgerechte Bewirtschaftung sollen der Charakter einer offenen Kulturlandschaft und die auentypischen Lebensräume dauerhaft erhalten werden. Dazu soll die extensive Beweidung der Grünländer und der Sandinseln langfristig sichergestellt und auf die neu angelegen Gewässer abgestimmt werden.

Baustein Natur erleben: Weiteres Projektziel ist es, den Menschen aus der Region Celle die Möglichkeit zu geben, die Vielfalt und Schönheit einer naturnahen Auenlandschaft und die hier vorkommenden Tiere und Pflanzen zu erleben und kennen zu lernen. Dazu sollen Aussichtshügel und ein Rundweg mit Informationstafel über das Projekt angelegt werden. Neben dem Sichtbar machen der Auenlandschaft und ihrer Elemente, soll auch das „Hörerlebnis Natur“ vermittelt werden. Hierzu zählen so spannende und einprägsame Laute wie die Rufe von Rotbauchunke und Feldgrille.

 

Planung und erste Bauarbeiten

Mit dem feierlichen Vertragsabschluss über das Projekt begannen die eigentlichen Arbeiten. Geländebegehung zur Erfassung der Tiere und Pflanzen, die Anlage von Beobachtungsbrunnen zur Ermittlung der Grundwasserstände, Projektsitzung zur Präzisierung der Ziele und Maßnahmen, die Vergabe von Aufträgen zur Vermessung des Geländes und zur Erstellung der Antragsunterlagen für das Genehmigungsverfahren. Und hier erwies sich der Ansatz einer auf zwei Schultern ruhenden Projektträgerschaft als äußerst gelungen. NABU und Stadt Celle brachten ihre jeweiligen Erfahrungen, Stärken und Ressourcen ein.

Foto: Herren Sander (Stadt Celle), Dr. Brüsewitz und Klepsch (beide NABU Celle) besprechen die Antragsunterlagen

Foto:NABU, Stadt Celle, Planer und Bauunternehmen treffen sich vor Ort für die weitere Absprache der Baumaßnahme

Ende August 2007 lag die Genehmigung zur Herstellung von 20 Gewässern, einer Düne und von zwei Aussichtshügeln vor. Ohne Zeitverzögerung schloss sich eine von der Stadt durchgeführte öffentliche Ausschreibung der Bauarbeiten an und Anfang November begann die Firma mit der Anlage der ersten Gewässer. Aber kaum war das erste Gewässer fertig, setzte ein Hochwasser das Projektgebiet unter Wasser und die Baustelle musste geräumt werden.

Foto: Hochwasser im Projektgebiet; eigentlich ganz positiv, da das Projekt die Dynamik einer Flußlandschaft beinhaltet, aber jetzt verzögert sich das Projekt.

Im Juni 2008 ging es dann zügig voran. Fast jeden Tag wurde ein neues Gewässer angelegt und auch die Dünnen wuchsen.

Aufschütten einer Düne       Anlegen einer Düne

Die oberen Bilder zeigen das Anlegen der Dünen.

Gewässer Nr. 8 Hierentsteht das Gewässer Nr. 8

Gewässer Nr. 9 Gewässer Nr. 9

Gewässer Nr. 12 Gewässer Nr. 12

 Gewässer Nr. 10

Dumper Die Baumaschienen Dumper

 

 

 

 

 

 

 

[Home] [Über uns] [Links] [Impressum] [Betreute Gebiete] [Tätigkeiten] [Aktuelles] [Pinnwand] [Positionen] [Programm] [Rückinfo]