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Bilder für die Presse zum Artikel Mitglieder fühlen NABU auf den Zahn
NABU Mitglieder informieren sich über den Fortschritt in Osterloh
Bild 1: NABU Mitglieder diskutiere über Projekt -->
Bild 2: NABU Mitglieder an einem ausgebaggerten Teich -->
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Die Celler Gruppe des NABU lud kürzlich verdiente und aktive Mitglieder ein, um sich in Osterloh über den Baufortschritt des Projektes "Naturschutz und Natur erleben in der Allerniederung bei Osterloh - Lebensraum für Rotbauchunke, Weißstorch und Feldgrille" zu informieren. „Wir liegen gut im Zeitplan, bei den Teichen müssen noch einige kleine Änderungen vorgenommen werden,“ so Dr. Rainer Brüsewitz vom Celler NABU, „ aber dann können wir in die zweite Phase starten: Den Bürgern soll mit dem Projekt „Natur erleben“ die Einzigartigkeit des Gebietes näher gebracht werden.
Träger des Projektes sind der NABU Celle und die Stadt Celle. Die Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung fördert das Projekt mit 200.000 Euro. Das Land Niedersachsen stellt die Flächen zur Verfügung und sichert eine langfristige, naturverträgliche Nutzung zu.
Ziel des vom NABU entwickelten Projektes ist es, in der Allerniederung bei Osterloh in einem beispielhaften Renaturierungsprojekt die Lebensräume der Flussaue wiederherzustellen. Durch die Anlage von Auengewässern und die Schaffung eines abwechslungsreichen Reliefs aus feuchten Senken und trockenen Sandkuppen sollen die Lebensbedingungen für die vielen schutzbedürftigen Tier- und Pflanzenarten der Niederung nachhaltig verbessert werden. Leitarten sind die drei in Niedersachsen vom Aussterben bedrohten Arten Rotbauchunke, Weißstorch und Feldgrille.
„Der NABU Celle informierte als erstes seine aktiven NABU Mitglieder,“ so Heinz Klepsch, 1. Vorsitzender des Celler NABU. Überrascht waren die Teilnehmer, dass sich in den erst vor Wochen ausgekofferten Teichen bereits Frösche angesiedelt haben. „Auf die Rotbauchunke müssen Interessierte noch warten, da diese in Celle ausgestorbene Art mittels eines aufwendigen Verfahrens bei uns wieder heimisch werden sollen,“ so der NABU. Hierzu soll Laich aus gesicherten Beständen entnommen und nach erfolgreicher Entwicklung in das Gebiet gesetzt werden. „Dies alles muss und wird unter Aufsicht der zuständigen Behörden geschehen,“ so Dr. Rainer Brüsewitz. Fachliche Unterstützung erhalten die Naturschützer unter anderem von der bundesweit tätigen Expertengruppe im NABU.
Mittels Aussichtshügeln und Informationstafeln sollen die Bürger sich ein Bild über das Projekt machen. Diese Phase des Projektes, welches zur Öffentlichkeitsarbeit zählt, steht nunmehr aus und soll konkretisiert werden.
Hintergründe zu dem Projekt finden Sie unter http://www.nabu-celle.de/html/osterloh.html
Bilder zum Herunterladen für eine Veröffentlichung finden Sie unter: http://www.nabu-celle.de/html/presse.html
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Eckehard Bühring; Kranichbetreuer des Landes Niedersachsen für das Aller-/Wesereinzugsgebiet Spörckenstr. 23 D; 29221 Celle
Der Kranich auf Erfolgskurs auch im Landkreis Celle
Ehemalige Verbreitung und Rückgangsursachen:
Der Graue Kranich besiedelt in Europa etwa die Gebiete, die durch die eiszeitlichen Gletscher geprägt wurden, Landschaften, die reich an Gewässern, Mooren und Sümpfen sind. Niedersachsen bildet von jeher die südwestliche Verbreitungsgrenze, wobei der Schwerpunkt des deutschen Brutareals in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg liegt. Über die Höhe des ehemaligen Brutbestandes im Bereich der heutigen Landesgrenzen gibt es in der Fachliteratur nur Schätzungen, doch kann von einem Bestand von wesentlich mehr als 400 Paaren ausgegangen werden (Mewes, Nowald, Prange). Der starke Rückgang der Kranichpopulation in Mitteleuropa bis Ende der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts ist vorrangig auf die Vernichtung der natürlichen Bruthabitate, der Kultivierung der an Gewässern, Hoch- und Niedermooren und Sümpfen reichen Landschaft zurückzuführen. Aber auch Verfolgung in Brutgebieten und auf dem Zug und in Überwinterungsgebieten trugen zum nahezu völligen Erlöschen der Population bei.
Das ehemals wohl größte Kranichvorkommen im Landkreis Celle lag im Wietzenbruch westlich von Celle mit 10 bis 12 Brutpaaren um 1880, heute eine total entwässerte Feld- und Waldlandschaft. Wie im Wietzenbruch erloschen auch die anderen Vorkommen bei Luttern, Endeholz, Lohe, Winsen, Wolthausen, Gerdehaus, Osterloh, Hahnenhorn meist in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Lediglich in den Allerdreckwiesen bei Nordburg hielt sich bis Mitte der 60er Jahre noch ein Paar.
Das niedersächsische Kranichschutzprogramm
Anfang der 70er Jahre drohte der niedersächsische Kranichbrutbestand mit nur noch ca 8 Paaren
(6 im Elbeeinzugsgebiet, 2 im Allereinzugsgebiet) zu erlöschen. Um das zu verhindern, wurde 1975 auf Initiative des niedersächsischen Landesverwaltungsamtes, Abt. Naturschutz, Staatliche Vogelschutzwarte (H. Heckenroth), des WWF Deutschland und des (damaligen) DBV ein Kranichschutzprogramm ins Leben gerufen, das fortan Grundlage für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen ehrenamtlichem und behördlichem Naturschutz bildete. Bei Programmbesprechungen in jährlichem Turnus wurden mit Dezernenten der Bezirksregierungen Braunschweig und Lüneburg Biotop- und weitere Schutzmaßnahmen und die dazu erforderlichen Finanzmittel abgestimmt Eckard Seebaß (Forstamt Lüchow) übernahm als Koordinator das Elbeeinzugsgebiet, zusammen mit Dr.J.Delfs (Forstamt Knesebeck) und Dr.R. Bernd (Cremlingen) übernahm ich das Allereinzugsgebiet, das ich ab 1982 allein koordiniere. Ausgehend vom intensiven Schutz der letzten noch vorhandenen Brutplätze im äußersten Osten Niedersachsens wurden Konzepte entwickelt, die noch vor wenigen Jahren besiedelten Bruthabitate durch Vernässungsmaßnahmen, ersatzweise durch Anlage inselreicher Flachgewässer und ggf. durch Entfernen standortfremder Gehölze wieder kranichgerecht zu gestalten. Anfangs taten sich vor allem Wasserbehörden der Landkreise, aber auch manche Forstämter und Privatwaldbesitzer etwas schwer, umzudenken und ehemalige Brutgebiete des Kranichs, vor allem Hoch- und Niedermoore, wieder zu vernässen. Den einzelnen Maßnahmen gingen oft langwierige Verhandlungen und ein bürokratischer Papierkrieg mit Behörden voraus. Meist waren es ehrenamtliche Naturschützer aus dem Celler Landkreis, die im Kreis Gifhorn mit Spaten und Schaufeln an Wochenenden Abflüsse im Schweimker Moor und im Drömling abdichteten(Familie Clausnitzer, Jens Focke, Rüdiger Hengst, Henning Könecke, Peter Lorz, Axel Wellmann, mein Sohn Holger und weitere Helfer). Für unsere mühselige Arbeit mussten wir oft genug Unverständnis, Spott und nicht selten Anfeindungen einzelner Verbands- und Behördenvertreter hinnehmen. Manchmal wurden unsere Wochenendaktionen durch Baggereinsatz wieder zunichte gemacht. Entwässerte und abgetorfte Hochmoore und ausgetrocknete Erlen- und Birkenbrücher im Drömling wurden durch Schließen von Entwässerungsgräben revitalisiert. Während sich in den ersten Jahren nach Etablierung des Kranichschutzprogramms die Kranichpopulation nur mühsam erholte, führten erste bekannt gewordene Erfolge der Kranichschutzmaßnahmen Mitte der 80er Jahre in den Landkreisen Gifhorn, Uelzen, Soltau und Cuxhaven im Zuge der Umsetzung des gerade etablierten niedersächsischen. Moorschutzprogramms zu einem Boom an Vernässungsaktivitäten durch Naturschutzverbände, aber auch durch Forstämter, Naturschutzbehörden und Privatleute. In der Anfangsphase war es unerlässlich, bekannt gewordene Brutgebiete zu sperren und durch ehrenamtliche Helfer bewachen zu lassen, da manch neugierige oder uneinsichtige „Naturfreunde“, Tierfotografen und Eiersammler das Brutgeschehen gefährdeten.
Diagramm 1
Erste Erfolge und die Wiederbesiedlungsdynamik
Der Wiederanstieg der Kranichpopulation in Ostdeutschland als Folge verstärkter Schutzmaßnahmen und die Bruterfolgsrate „unserer“ niedersächsischen Kraniche (oft 2 Jungvögel pro Paar) wirkten sich bald auf die Neubesiedelung weiterer „Biotope aus zweiter Hand“ aus: die Kraniche eroberten, nach Westen vordringend, ehemaliges Terrain zurück. Allerdings erfolgte die Wiederbesiedlung nicht immer in kleinen Etappen in Richtung Westen, sondern auch sprunghaft durch Besetzung manchmal weit entfernter, aber optimal ausgestatteter Brut- und Nahrungshabitate. So erschienen nach über 20jähriger Vakanz 1986 erstmals wieder
2 Kranichpaare im Landkreis Celle(LK CE). Ein Paar wählte sich im Osten einen zum Biotopteich umgestalteten ehemaligen Fischteich als Revier aus, das andere Paar einen wiedervernässten Erlen-Birkenbruch im äußersten Westen. Von diesen „Revierpaaren“ schritt das Westpaar bereits 1986 zur Brut, allerdings noch ohne Bruterfolg, das Ostpaar Paar erstmals 1987 und dann bis heute fast durchgängig mit Bruterfolg. Um diese „Vorposten“ herum siedelten sich in den folgenden Jahren weitere Paare an, auch weniger günstige Habitate tolerierend oder sich nach Revierstreitigkeiten schließlich ein Brutgebiet teilend. Dann ging es in den 90er Jahren steil bergauf(s. Diagramm 1). Aus dem Diagramm wird ersichtlich, dass dem Beginn des Brutgeschäftes eines Kranichpaares meist 1 bis 2 Jahre der Status eines Revierpaares vorhergeht. Das bedeutet, dass das brutwillige Kranichpaar mindestens eine Saison braucht, um sein gewähltes Revier zu erkunden und den optimalen Platz für den Nestbau auszusuchen. Von den in 2006 im LK Celle gezählten 55 Revierpaaren zogen 47 Brutpaare 51 Jungvögel groß. Von den in ganz Niedersachsen gezählten über 450 Revierpaaren zogen 345 Brutpaare 327 Jungvögel groß. Einige Paare haben die Aller/Weserlinie längst überschritten und brüten inzwischen als westliche Vorposten in der Diepholzer Moorniederung und nordwestlich von Oldenburg in Ostfriesland.
Bei uns liegt die Hauptbrutverbreitung im Naturpark Südheide und im zum Landkreis gehörenden Bereich des Truppenübungsplatz Bergen-Hohne. Südlich der Aller gibt es im Landkreis z.Z. noch kein Brutvorkommen. Das hängt sicherlich sowohl mit dem Mangel an geeigneten Bruthabitaten als auch mit der dichteren Besiedlung zusammen.
Diagramm 2
Bevorzugte Bruthabitate
Wie in ganz Niedersachsen (Nds.)bilden auch im Landkreis Celle (LK CE)wiedervernässte Moore(Hoch-, Zwischen- und Niedermoore) die bevorzugten Bruthabitate des Kranichs( Nds: 52%; LK CE: 48%), meist von engagierten ehrenamtlichen Naturschützern in Zusammenarbeit mit interessierten Grundeigentümern, Jägern und Förstern gestaltet. Die im Landkreis Celle weit verbreiteten Fischteichanlagen werden vom Kranich gern angenommen, wenn sie ruhig gelegen sind und größere Verlandungszonen aufweisen. Das ist meist bei ehemaligen oder sehr extensiv bewirtschafteten Teichen der Fall (Nds: 7%; LK CE: 26%). Dieses Habitat ist vergleichbar mit den in Ostdeutschland vom Kranich häufig besiedelten Seeufern. Daneben werden auch speziell angelegte Biotopteiche(Mindestgröße 0,3 ha) mit vegetationsreichen Flachwasserzonen und kleinen, flachen Inseln angenommen.(Nds: 21%; LK CE: 14%) Auch das vom Landkreis Celle als Träger umgesetzte Lutterschutzprogramm schuf im Zuge der Renaturierungsmaßnahmen an den Heidebächen und in Talauen neue Bruthabitate für den Kranich (Nds: 3%; LK CE 6%). Typische Erlenbrücher wie im Drömling, in Schleswig-Holstein oder Ostdeutschland, Schlatts wie in den Landkreisen Soltau-Falligbostel und Rotenburg und vernässte und versumpfte Wiesen sind im LK CE weniger vorhanden und schlagen nur mit je 2% der vom Kranich genutzten Habitate zu Buche.
1995 konnte der Kranich auf der „Roten Liste der in Niedersachsen und Bremen gefährdeten Brutvogelarten“ von Stufe 1 - vom Erlöschen bedroht - auf Stufe 2 - stark gefährdet - , 2002 sogar auf Stufe 3 - gefährdet - herabgestuft werden. Dennoch sind Schutzmaßnahmen weiterhin erforderlich, weil die meisten Brutbiotope durch künstliche Maßnahmen entstanden sind und deren Staue und Dämme zu überwachen und gelegentlich zu erneuern sind. Durch Kranichschutzmaßnahmen, insbesondere wenn sie zur Vernässung großflächiger Landschaftskomplexe geführt haben, konnten auch viele andere an Moore, Brüche, und Sümpfe gebundenen Pflanzen- und Tierarten neuen Lebensraum gewinnen.
Zusammenfassung und Ergänzungen:
Faktoren, die die Wiederausbreitung der Kranichpopulation begünstigt haben
- Populationsdruck von Osten: Bestandszunahme durch Schutzmaßnahmen in den Kerngebieten Nord- und Osteuropa und Ostdeutschland
- Wiederherstellung und Schaffung von Brutbiotopen durch Vernässung von abgetorften Mooren und entwässerten Erlenbrüchern, ersatzweise durch Anlage von Flachgewässern
- heute meist gesetzlich gesicherter Erhalt der Bruthabitate( EU-Vogelschutzgebiete, FFH-Gebiete)
- Flexibilität des Kranichs in der Wahl des Brutplatzes; aber Bedingung: mindestens knietiefes Wasser; Prädatoren: Schwarzwild, Fuchs bei zu niedrigen Wasserständen, selten der Seeadler; häufiger der Kolkrabe bei störungsbedingtem Verlassen des Nestes
- gesetzlicher Schutz gegen Störungen des Brutgeschäftes
- allmähliche Anpassung des Kranichs an menschliche Aktivitäten in der Landschaft außerhalb des Brutplatzes
- sehr breites Nahrungsspektrum(„Allesfresser“); Erhaltung eines vielseitigen Nahrungsangebotes durch extensive Grünlandnutzung und durch Brachflächen
- bessere Konditionierung für den herbstlichen Zug durch energiereiches Nahrungsangebot z.B. Mais und anderes Getreide, auch Ablenkfütterungen (kein Plädoyer für noch mehr Maisanbau!)
- Schaffung, Erhalt und Schutz von Rast- und Schlafplätzen auf den Zugwegen und in Überwinterungsgebieten
- Kranich als Sympathieträger: eindruckvolles Erscheinungsbild, eindrucksvolle Lautäußerungen und Verhaltensweisen
- Werbung durch „Kranichschutz Deutschland“ (WWF, NABU, Lufthansa) seit 1990; Öffentlichkeitsarbeit, alljährliche Kranichtagungen der Kranichbetreuer, Kranich-Informationszentrum in Groß Mohrdorf: u.a. „Die Woche des Kranichs“; Kranichtourismus
Literatur u.a.: Mewes, Nowald, Prange: Kraniche, Mythen, Forschung, Fakten. Hrg. Deutsche Lufthansa AG, G.Braun, 1999
Hartwig Prange: Der Graue Kranich, A.Ziemsen Verlag, Wittenberg Lutherstadt 1989
Treuenfels, Carl-Albrecht v: Kraniche - Vögel des Glücks, Hamburg; Rasch und Röhring, 1989
E. Garve: Die Vögel der Südheide…., Celler Berichte zur Vogelkunde, Ornithologische Arbeitsgemeinschaft Südheide, 1977
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