Unser Naturgarten in den Hospitalwiesen

Naturbelassen und schön - naturnahes Gärtnern veranschaulicht

Der NABU-Naturgarten in den Hospitalwiesen
Unser NABU-Garten Foto:NABU/Felix Krüger

Unsere NABU Gruppe Stadt Celle e.V. hat seit dem 01.09.2018 einen Kleingarten beim Kleingärtnerverein Hospitalwiesen e.V. gepachtet und ihn seitdem Garten kreativ und naturnah umgestaltet und gepflegt.

 

Interessierte können hier sehen, wie man einen Garten schön, pflegeleicht und gleichzeitig tierfreundlich gestalten kann.

Wir bewirtschaften unseren Garten daher ohne Einsatz von Pestiziden und gärtnern ohne Torf.

 

Im Rahmen des Wettbewerbs „Gönnt euch Garten!“ vom NABU Bundesverband haben wir für unser Projekt „Lichtteich mit angrenzender Trockenmauer“ bereits im ersten Jahr der Pflege eine Förderung gewonnen.

 

Unser Garten (Nummer 83) direkt neben dem Spielplatz und Vereinsheim soll aber auch ein Treffpunkt für den lockeren Austausch untereinander werden.

Dafür suchen wir weiterhin interessierte Natur- und Gartenfreunde, mit und ohne Vorkenntnisse, die sich für dieses Projekt begeistern können und mitarbeiten möchten.

Mittlerweile besteht unsere Gruppe aus gut 10 naturinteressierten Mitgliedern, die die Planung der Umgestaltung und Bepflanzung gemeinsam erstellen und eigenverantwortlich umsetzen.

 

Die notwendige Arbeitsausstattung, die Pflanzen und weitere benötigte Materialien werden dabei von unser NABU Gruppe gestellt.

Unsere NABU-Fachleute stehen diesem Gemeinschaftsprojekt dabei bei Bedarf jederzeit mit ihrem Rat zur Verfügung.

 

Wir freuen uns, wenn wir Sie bei diesem Projekt begrüßen dürfen. Für weitere Informationen melden Sie sich einfach bei der NABU-Gruppe Stadt Celle unter garten@nabu-celle.de oder per Telefon unter 05141/301 4641.

 

Gerne können Sie auch unverbindlich und ohne Anmeldung zu unseren alle zwei Wochen sonntags um 15:00 Uhr stattfindenden Treffen im Garten kommen.

 

Sollte ein Termin aufgrund der Witterung ausfallen, finden Sie hier spätestens am Vorabend einen Hinweis.

 

Unser nächster Termin (Treffpunkt: Garten 83 neben dem Vereinsheim):

Aktuell finden aufgrund der Verordnung zur Beschränkung der sozialen Kontakte keine gemeinsamen Einsätze statt.

Stattdessen wird der Garten von unseren Gartenfreunden zur Zeit  einzeln bearbeitet bzw. gepflegt.

Die Absprachen erfolgen momentan über eine gemeinsame Signal-Gruppe, damit auch größere Projekte wie der Bau der Schmetterlingsspirale erfolgreich koordiniert und abgeschlossen werden können.

 

Der Tag der offenen Pforte am 19.07.2020 findet aber mit den notwendigen Hygienemaßnahmen statt!


Ein kleiner Überblick über unsere bisherigen Maßnahmen

Nistmöglichkeiten für Vögel & Gartenschläfer

Wir achten darauf, dass unser Garten bereits natürliche Brutmöglichkeiten für Vögel bietet. Dies versuchen wir durch die bewusste Auswahl von heimischen Gehölzen wie bspw. Schlehe, Weißdorn, Holunder oder die sinnvollerweise in der Kleingartenanlage vorgeschriebene, ebenfalls heimische Liguster-Hecke zu ermöglichen. Hier können sich Freibrüter ihre Nester bauen.

 

Da in Kleingartenanlagen aber trotz vielfältiger Strukturen in der Regel keine großen, alten Bäume mit Specht- oder Faulhöhlen vorhanden sind, haben wir für die Höhlenbrüter zusätzlich Nistkästen aus Holzbeton aufgehängt.

 

Um den unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden, haben wir verschiedene Höhlen aufgehängt:

  • Eine Vollhöhle, d.h. einen geschlossenen Nistkasten mit einem 32-34mm großen Einflugloch, für die unterschiedlichen Meisenarten, Feld- und Haussperling, Gartenrotschwanz, Kleiber und Trauerschnäpper.
  •  Eine Halbhöhle, d.h. einen Nistkasten mit einer im oberen Teil offener Front mit stärkerem Lichteinfall, für Hausrotschwanz, Grauschnäpper und Bachstelze.
  • Eine Nischenbrüterhöhle, d.h. einen Nistkasten mit zwei längsovalen Einfluglöchern, die viel Licht in die Höhle aus Vorraum und Brutplatz lassen, für Gartenrotschwanz, Feldsperling und Rotkehlchen.
  • Ein Gartenschläfer-Nistkasten mit rückseitigem (also dem Stamm zugewandten) Eingang.

 All diese Varianten sind aufgrund der Gartenlage in Stadtnähe in katzen- bzw. mardersicher ausgeführt.

 

Zusätzlich haben wir noch eine Zaunkönigkugel in unsere Lesesteinmauer verbaut, da Zaunkönige gerne in Bodennähe brüten und runde Nisthilfen bevorzugen bzw. sich selbst kugelige Nester im Gestrüpp in Bodennähe bauen.

 

Die Anschaffung dieser vielfältigen Nisthilfen wurde uns durch die Spende der 6. Klasse der IGS Celle im Rahmen des Fachs Werte & Normen ermöglicht.

 

Mit dem Aushub unseres Lichtteichs haben wir in einem alten Pflanzkübel eine Lehmpfütze für Schwalben angelegt. Mit diesem feuchten Lehm können sich die Schwalben Ihre eigenen Nester bauen.

 

Falls die Schwalben nicht in Baulaune sind, haben wir ergänzend ein Mehlschwalben-Doppelnest unter dem Dachvorsprung montiert.

 

Falls auch Sie Nistkästen aufhängen möchten und mehr darüber erfahren möchten, sei Ihnen die Broschüre „Das 1x1 der Vogel-Nistkästen“ (am Ende der Seite im PDF-Format) ans Herz gelegt:

 

https://www.lbv-muenchen.de/unsere-themen/artenschutz-an-gebaeuden/download-broschueren.html

 

Steinmauer & Totholzhaufen

Als Lebensraum für Amphibien und Reptilien haben wir einen 3m langen, 1,5m breiten und 0,8m hohen Lesesteinhaufen angelegt, der 1m in die Tiefe reicht. Somit dient dieser Lesesteinhaufen Erdkröten und anderen Amphibien auch als frostfreie Überwinterungsmöglichkeit.

Zauneidechsen, die in der Kleingartenanlage bereits vorkommen, können sich tagsüber auf den aufgewärmten Steinen sonnen und sich nachts in die zahlreichen Zwischenräume zwischen den Lesesteinen zurückziehen. Aber auch zahlreiche andere Tiere wie bspw. Spinnen und Asseln können hier einen neuen Lebensraum finden. In den Hohlräumen siedeln sich neben Eidechsen auch Spitzmäuse, Schnecken und Insekten an, in den kühleren und feuchteren Bereichen der Mauer am Boden bieten sich Tagesverstecke für Kröten und Molche.

 

Direkt angrenzend haben wir aus alten Baumstümpfen und abgelagertem Holz einen Totholzhaufen angelegt, der durch sein Mikroklima und seine Besiedler ebenfalls gerne von Amphibien und Reptilien genutzt wird.

 

Literatur:

 

Glandt, D. - Praxisleitfaden Amphibien- und Reptilienschutz; ISBN: 978-3662557266

 

Henkel, F.-W. und Schmidt, W. - Gärten als Lebensraum für Frösche und Echsen; ISBN: 978-3784205687

 

Günzel, W. R. - Ein Garten für Eidechsen; ISBN: 978-3895663345

Lichtteich

Der Lichtteich ist ein temporär trockenfallendes, flaches und fischfreies Gewässer. Durch die Bepflanzung mit ausgewählten, nicht wuchernden Pflanzenarten dringt viel Licht bis zum Boden und ermöglicht eine vielfältige Pflanzengesellschaft. Der trockengefallene Teich wird im Sommer gemäht und der Verlandung so entgegen gewirkt. Weitere Pflegemaßnahmen sind dadurch im Gegensatz zu normalen Teichen nicht notwendig.

 

Gerade für Amphibien bieten solche zeitweilig trockenfallenden Gewässer eine in der Landschaft selten gewordene Möglichkeit, sich in fischfreien bzw. prädatorenarmen Gewässern erfolgreich fortzupflanzen.

 

Nachfolgend unsere Pflanzenzusammenstellung:

 

Baldellia ranunculoides - Gewöhnlicher Igelschlauch
Callitriche palustris - Sumpf-Wasserstern
Caltha palustris - Sumpf-Dotterblume
Carex elata - Steife Segge
Chara globularis - Zerbrechliche Armleuchteralge
Eleocharis acicularis - Nadel-Sumpfbinse
Epipactis palustris - Sumpf-Stendelwurz
Gratiola officinalis - Gottes-Gnadenkraut
Hydrocotyle vulgaris - Gewöhnlicher Wassernabel
Iris pseudacorus - Sumpf-Schwertlilie
Lythrum salicaria - Gewöhnlicher Blutweiderich
Marsilea quadrifolia - Kleefarn
Myosotis scorpioides - Sumpf-Vergissmeinnicht
Pilularia globulifera - Gewöhnlicher Pillenfarn
Ranunculus flammula - Brennender Hahnenfuß
Scutellaria galericulata - Sumpf-Helmkraut

 

Literatur:

Vahle, H.-C. – NABU-Leitfaden Pflanzengesellschaften von Flachwasser-Gartenteichen

 

Weitere Informationen unter:

https://niedersachsen.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/tipps-haus-garten/16188.html