Allerniederung bei Osterloh

Lebensraum für Rotbauchunke, Weißstorch und Feldgrille

Kleingewässer mit Krebsscheren-Bewuchs
Kleingewässer in der Allerniederung bei Osterloh Foto:NABU/Felix Krüger

In der Allerniederung bei Osterloh wurden mehrere, überwiegend temporäre Kleingewässer angelegt, die auentypischen Bewohnern einen mittlerweile leider seltenen Lebensraum bieten. Viele Amphibienarten und natürlich auch Weißstorche sind hier schnell heimisch geworden.

Durch die Anlage von Dünen wurden Flächen mit magerem Boden geschaffen, in denen viele verschiedene, seltene Pflanzenarten wachsen können. Auch die Feldgrille hat hier ein neues Habitat gefunden.

Chronologie

Nach neun Monaten Vorarbeit unterzeichneten am 16.03.2007 die Projektpartner NABU Gruppe Stadt Celle, die Stadt Celle, die Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung sowie das Land Niedersachsen den Vertrag über das Projekt "Naturschutz und Natur erleben in der Allerniederung bei Osterloh".

 

Träger des Projektes sind der NABU Celle und die Stadt Celle. Die Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung förderte das Projekt mit 200.000 Euro. Das Land Niedersachsen stellte die Flächen zur Verfügung und sicherte eine langfristige, naturverträgliche Nutzung zu.

 

Zur Unterzeichnung trafen sich die Vertreter in einer Lokalität in Altencelle, um sich nach Vertragsabschluss das Gebiet näher anzuschauen. Neben der örtlichen Presse begleiten seitdem auch die überregionalen Medien, das Umweltministerium und der NABU Niedersachsen dieses Projekt.

 

Ziel des vom NABU Celle entwickelten Projektes ist es, in der Allerniederung bei Osterloh in einem beispielhaften Renaturierungsprojekt Lebensräume in der Aller-Flussaue wiederherzustellen. Durch die Anlage von Auengewässern und die Schaffung eines abwechslungsreichen Reliefs aus feuchten Senken und trockenen Sandkuppen sollen die Lebensbedingungen für die vielen schutzbedürftigen Tier- und Pflanzenarten der Niederung nachhaltig verbessert werden. Leitarten sind die drei in Niedersachsen vom Aussterben bedrohten Arten Weißstorch, Rotbauchunke und Feldgrille.

 

Ende August 2007 lag die Genehmigung zur Herstellung von 20 Gewässern, einer Düne und von zwei Aussichtshügeln vor. Ohne Zeitverzögerung schloss sich eine von der Stadt durchgeführte öffentliche Ausschreibung der Bauarbeiten an und Anfang November begann die Firma mit der Anlage der ersten Gewässer. Aber kaum war das erste Gewässer fertig, setzte ein Hochwasser das Projektgebiet unter Wasser und die Baustelle musste geräumt werden.

Projektgebiet

Projektgebiet ist ein rund 38 ha großes, aus zwei Teilflächen bestehendes Gebiet südöstlich von Osterloh unmittelbar an der Aller. Die Alleraue stellt sich hier als offene, durch Grünländer und einzelne Altarme geprägte Niederung dar, die von bewaldeten Binnendünen eingerahmt wird. Am südlichen Rand des Gebietes verläuft der Allerradweg. Neben seiner guten Erreichbarkeit zeichnet sich das Gebiet durch seine ruhige Lage und ein hohes Aufwertungspotenzial aus. Die Projektflächen liegen im Bereich der Stadt Celle und wurden vom Land Niedersachsen mit Naturschutzmitteln erworben. Es handelt sich um feuchte und wechselfeuchte Grünländer mit einzelnen feuchten Senken und verlandeten Altarmen der Aller. Im Norden ragt ein bewaldeter Dünenausläufer in das Gebiet.

 

Weitere Informationen finden Sie auch bei Wikipedia.

Projektbausteine

Das Projekt setzt sich aus vier Bausteinen zusammen.

  • Renaturierungsmaßnahmen: Im Mittelpunkt steht die die Anlage von 20 auentypischen Kleingewässern. Dabei sollen ganz überwiegend periodische, im Sommer austrocknende Gewässer geschaffen werden. Sie sind in den letzten Jahrzehnten fast vollständig aus der Natur verschwunden und mit ihnen viele Tier- und Pflanzenarten. Darüber hinaus soll durch die Anlage einer dünenartigen Sandinsel das für die Allerniederung charakteristische unmittelbare Nebeneinander von feuchten und trockenen Lebensräumen geschaffen werden.
  •  Wiederansiedlung der Rotbauchunke: Als weiterer Bestandteil des Projektes soll die Rotbauchunke 40 Jahre nach ihrem Aussterben wieder in der Allerniederung angesiedelt werden. Die Rotbauchunke ist eine Charakterart der Flussauen. Bis in die 1960er Jahre kam sie noch in der Allerniederung bei Celle vor. In Niedersachsen ist sie heute „vom Aussterben bedroht“. Größere Populationen finden sich nur noch an der Elbe. Voraussetzung für die Ansiedlung der Rotbauchunke ist die Wiederherstellung der Gewässertypen, deren Verlust zu ihrem Aussterben führte. Dieses wird durch die Renaturierungsmaßnahmen gewährleistet. Die eigentliche Wiederansiedlung der Rotbauchunke ist ab dem Jahr 2009 geplant, wenn die neu angelegten Gewässer sich hinreichend entwickelt haben.
  • Pflege und Entwicklung der Auelandschaft: Durch eine naturschutzgerechte Bewirtschaftung sollen der Charakter einer offenen Kulturlandschaft und die auentypischen Lebensräume dauerhaft erhalten werden. Dazu soll die extensive Beweidung der Grünländer und der Sandinseln langfristig sichergestellt und auf die neu angelegen Gewässer abgestimmt werden.
  • Baustein Natur erleben: Weiteres Projektziel ist es, den Menschen aus der Region Celle die Möglichkeit zu geben, die Vielfalt und Schönheit einer naturnahen Auenlandschaft und die hier vorkommenden Tiere und Pflanzen zu erleben und kennen zu lernen. Dazu sollen Aussichtshügel und ein Rundweg mit Informationstafel über das Projekt angelegt werden. Neben dem Sichtbar machen der Auenlandschaft und ihrer Elemente, soll auch das „Hörerlebnis Natur“ vermittelt werden. Hierzu zählen so spannende und einprägsame Laute wie die Rufe von Rotbauchunke und Feldgrille.

Erste Baumaßnahmen

Im September 2008 waren die Baumaßnahmen beendet. Die NABU Mitglieder überzeugten sich regelmäßig im Rahmen von Ortsbegehungen von dem Zustand der Teiche und ließen sich das Konzept erläutern.

 

Alle Teiche waren nach den Baumaßnahmen wasserführend. Der Wasserstand wurde so gehalten, dass die Teiche teilweise auch austrocknen können. Obwohl die Teiche im Sommer gebaut wurden, konnten die NABU Teilnehmer einige einjährige Frösche beobachten. Sahen die Teichränder noch kahl aus, so änderte sich dies in einigen Monaten, zumal die auf den Flächen weidenden Kühe die Teichränder nutzten. Bei einigen der Teiche sollen die Kühe freien Zugang haben, während andere Teichränder abgesperrt werden.

Entwicklung des Gebietes

2010

Das 5. Jahrestreffen des LFA Feldherpetologie und Ichthyofaunistik fand in Celle 2010 statt, unsere NABU-Gruppe Celle fungierte als Gastgeber. Ein Exkursionsziel: die Aller bei Celle (siehe auch: Jahrestreffen Feldherpetologie).

 

2014

Regelmäßig führt der NABU Gruppe Stadt Celle e.V. Wanderung an den Osterloher Teichen durch. Die Termine können Sie hier sehen: